Diagnose ADHS

Die Aufmerksamkeits-Hyperaktivitäts-Störung

02.09.2015Von Dr. Christine Amrhein

  • Typisch für eine Aufmerksamkeits-Hyperaktivitätsstörung sind Symptome der Unaufmerksamkeit, übermäßigen Aktivität und Impulsivität. Sie führen häufig zu Schwierigkeiten in der Schule und zu Problemen bei den sozialen Kontakten.
  • Über die Erkrankung wird viel diskutiert. Häufig wird kritisiert, die Diagnose werde zu häufig und zu leichtfertig gestellt – und es würden unreflektiert Medikamente verschrieben, die womöglich mehr schaden als nutzen würden.
  • Wichtig ist daher eine umfassende Diagnostik und eine sorgfältige Abwägung, welche Behandlungsmaßnahmen notwendig sind. Medikamente sollten nur verordnet werden, wenn die Symptome sehr ausgeprägt sind und wenn andere Therapiemaßnahmen keine ausreichende Wirkung zeigen.
  • Bei jeder Maßnahme sollten das Wohl des Kindes oder Jugendlichen und seiner Familie im Vordergrund stehen.

Ist mein Kind hyperaktiv oder nur lebhaft und manchmal unaufmerksam?

Das haben sich sicher schon einige Eltern gefragt. Viele Kinder und Jugendliche sind nun einmal lebhaft, haben viel „Energie“ oder sind in der Schule nicht immer ganz bei der Sache. Aber haben sie dann gleich eine ADHS (Aufmerksamkeits-Hyperaktivitäts-Störung)?

Manche Experten sind der Meinung, die Diagnose ADHS werde zu häufig gestellt – in einigen Fällen würde gar keine psychische Erkrankung vorliegen, in anderen würde etwas ganz anderes hinter den Symptomen stecken. Einige sind auch der Meinung, es würden zu häufig und zu leichtfertig Medikamente gegen ADHS verschrieben.

Andere Fachleute halten dagegen, dass die Diagnose AHDS in den meisten Fällen erst nach einer sorgfältigen Diagnostik gestellt wird. Zudem würden Medikamente nur dann verordnet, wenn die Symptome stark ausgeprägt seien und das Kind und seine Eltern stark darunter leiden würden.

Einerseits wirft diese Diskussion berechtigte kritische Fragen auf, andererseits verunsichert sie auch viele Betroffene oder deren Eltern. Diese fragen sich, ob sie bzw. ihr Kind tatsächlich ADHS haben, ob die Medikamente wirklich notwendig sind oder ob diese nicht Nebenwirkungen haben, die mehr schaden als nutzen.

„Die öffentliche Diskussion um die Diagnose ‚ADHS‘ und die Verschreibung von Medikamenten ist oft stark von persönlichen oder ideologischen Interessen getrieben. Wichtig ist deshalb, die Diskussion zu versachlichen – und vor allem zu schauen, was für das Kind und sein Umfeld am hilfreichsten ist.“

( Dr. Adam Alfred, Kinder- und Jugendpsychiater am ADHS-Zentrum München)

Seite 1/9Bastian - ADHS