Behandlung psychischer Symptome im System Familie (Seite 4/4)

Bewertung der Familientherapie

Seit 2008 ist die systemische Therapie in Deutschland ein wissenschaftlich anerkanntes Psychotherapieverfahren. Eine Vielzahl von Untersuchungen hat gezeigt, dass sie bei vielen psychischen Erkrankungen wirksam ist – sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern und Jugendlichen. So wurde sie bei Depressionen, Essstörungen, Sucht, psychischen Belastungen bei einer körperlichen Erkrankung, Verhaltensproblemen und Schizophrenie erfolgreich eingesetzt.

Außerdem ist eine Familientherapie oft sogar kostengünstiger als andere Therapieformen. Das liegt daran, dass hier viel Wert auf die „Hilfe zur Selbsthilfe“ gelegt wird und nur relativ wenige Sitzungen in größeren Abständen notwendig sind. Auch durch die direkte Arbeit mit den Beziehungsmustern und die Konzentration auf die Ressourcen lassen sich oft in kurzer Zeit größere Veränderungen erreichen.

Schließlich hat die Familientherapie auch eine gute Langzeitwirkung: Mit ihr wurden bis zu vier Jahre nach dem Ende der Therapie bessere Erfolge erzielt als mit anderen Therapieverfahren. Auch die Abbruchrate war hier geringer als bei anderen Therapieansätzen. 

Wo und von wem wird Familientherapie angeboten?

Familientherapie wird von Psychotherapeuten, Psychologen und Fachleuten anderer sozialwissenschaftlicher Berufe angeboten. Sie haben in der Regel eine intensive Weiterbildung in systemischer Therapie durchlaufen. Allerdings ist der Begriff „systemische Therapie“ nicht gesetzlich geschützt, so dass man sich im Einzelfall genau informieren sollte, welche Ausbildung ein Therapeut gemacht hat.

Die beiden Fachverbände für systemische Therapie, die Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie (DGSF) und die Systemische Gesellschaft (SG) haben Richtlinien für die Ausbildung definiert und vergeben das Zertifikat „systemischer Therapeut (DGSF)“ bzw. „systemischer Therapeut (SG)“. Es weist nach, dass jemand eine fundierte Weiterbildung an einem Ausbildungsinstitut für Familientherapie bzw. systemische Therapie absolviert hat.Systemische Therapie wird in Deutschland im Moment noch nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Es gibt aber eine Reihe von Therapeuten, die in einem von den Krankenkassen anerkannten Verfahren (zum Beispiel Verhaltenstherapie, tiefenpsychologische Therapie) ausgebildet sind und gleichzeitig systemische Interventionen anbieten. Eine Reihe privater Krankenkassen übernimmt inzwischen auch die Kosten für eine systemische Therapie.Systemische Therapeuten und Psychotherapeuten mit anderem Ausbildungsschwerpunkt, die zusätzlich systemisch arbeiten, finden Sie auch auf therapie.de:

Therapeutenliste Familientherapie

Quellen und Links

  • Rainer Schwing & Andreas Fryszer (2015). Systemische Beratung und Familientherapie. Vandenhoeck & Ruprecht GmbH, Göttingen.
  • Informationen der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie e. V.,  www.dgsf.org
  • Informationen der Systemischen Gesellschaft: systemische-gesellschaft.de
  • Beschreibung der Systemischen Therapie
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