Grundlagen der Transaktionsanalyse
Welche Grundannahmen gibt es in der Transaktionsanalyse?
In der Transaktionsanalyse spielen Werte aus der humanistisch-existenzialistischen Psychologie eine wichtige Rolle. Dabei gelten Autonomie und eine positive menschliche Entwicklung als wichtige Werte. Es wird angenommen:
- Die Menschen sind grundsätzlich und von Geburt an in Ordnung. Jeder Mensch sollte als Mensch wahrgenommen werden und jeder sollte anderen auf Augenhöhe begegnen.
- Jeder Mensch ist in der Lage, sein Leben aktiv und konstruktiv zu gestalten. Er oder sie ist fähig, Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen, eigene Ressourcen zu nutzen und eigenständige Entscheidungen zu treffen. Weiterhin ist er oder sie fähig, in echten emotionalen Kontakt zu anderen Menschen zu treten.
- Jeder Mensch ist zu selbstbestimmtem Denken und Handeln fähig. Er oder sie ist in der Lage, sich psychische Zustände bewusst zu machen, darüber nachzudenken und aus verschiedenen Verhaltensweisen auszuwählen. Weiterhin ist er oder sie in der Lage, sich unbewusste, in der Kindheit übernommene Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen bewusst zu machen, sie zu hinterfragen und bewusst zu verändern.
Wichtige Ziele in der Therapie oder im Coaching sind daher, dass Menschen eine positive Entwicklung durchlaufen sowie eine stimmige (integrierte) und autonome Persönlichkeit erlangen. Dadurch können sie sich in sozialen Beziehungen zunehmend selbstbewusst, aber auch den Mitmenschen gegenüber achtsam, respektvoll und rücksichtsvoll verhalten.
Grundannahmen in der Arbeit mit Klienten
Neben diesen allgemeinen Grundannahmen gibt es in der Transaktionsanalyse Grundannahmen für den Umgang in der Therapie oder im Coaching:
- Die Kommunikation ist offen, direkt und respektvoll. Das bedeutet, dass Wünsche oder Bedürfnisse nicht indirekt geäußert werden und keine Manipulation stattfindet. Stattdessen sollten Wünsche und Bedürfnisse klar, direkt und mit Wertschätzung geäußert werden. Anstatt unruhig zu werden und wiederholt auf die Uhr zu schauen, sollte man sein Bedürfnis direkt äußern, beispielsweise: „Ich will jetzt gehen.“
- Entscheidungen stehen im Fokus der Arbeit. Es wird davon ausgegangen, dass jeder Mensch Entscheidungen treffen, sie überdenken und sich jederzeit neu entscheiden kann. Die Transaktionsanalyse soll dabei helfen, vergangene Entscheidungen zu überdenken, daraus zu lernen und in der Folge bessere Entscheidungen zu treffen.
- Die Arbeit basiert auf einem Vertrag oder einer Absprache. Diese sollen dazu dienen, Klarheit zu schaffen und Missverständnisse zu vermeiden. Es kann sich um einfache Absprachen handeln, etwa einen Termin zu vereinbaren. Es kann sich auch um eine genaue Definition handeln, was man von anderen in einer Beziehung – im beruflichen oder im privaten Bereich – erwartet. In der Arbeit mit Patient:innen oder Klient:innen gilt es als wichtig, dass sie die Ziele, die sie in der Transaktionsanalyse erreichen möchten, selbst definieren und diese dann in einem Vertrag festgehalten werden.
Welche Konzepte verwendet die Transaktionsanalyse?
Eric Berne entwickelte eine Reihe von Konzepten, um Persönlichkeitsaspekte, unterschiedliche Situationen in der Kommunikation und typische Beziehungsmuster zu beschreiben, zu analysieren und zu verändern. Die Konzepte stellen Informationen – etwa eine typische Kommunikationssituation – auf bildliche, anschauliche Weise dar. Dabei kann es um Fragen gehen wie: Wie kann ich meine Ziele erreichen und gleichzeitig auf andere Rücksicht nehmen? Oder: Wie können wir besser mit Konflikten im Team umgehen? Gleichzeitig liefern die Konzepte das Handwerkszeug, um an eigenen Verhaltensweisen oder Kommunikationsmustern zu arbeiten und sie zu verändern.
In einer Psychotherapie kann es um Fragen gehen wie: Welche ungünstigen Verhaltensmuster – die möglicherweise noch aus der Kindheit stammen – treten immer wieder auf? Oder: In welche „Beziehungsspiele“ und Konflikte gerate ich immer wieder? Dabei wird geschaut, wie solche Muster zu den Symptomen und psychischen Problemen beitragen und wie sie auf günstige Weise verändert werden können.
Die wichtigsten Konzepte in der Transaktionsanalyse sind die Ich-Zustände, Transaktionen, das Lebensskript und psychologische Spiele. Weitere Konzepte sind "Innere Antreiber", Gefühle und "Maschengefühle", psychologische Grundbedürfnisse, Passivität, Vertragskonzept und viele weitere.