Gute Gewohnheiten (Seite 4/6)
Zeit und Wiederholung nötig
Es dauert im Schnitt 66 Tage, um eine neue Gewohnheit zu etablieren. Das ist das Ergebnis von Studien der Psychologin Phillippa Lally vom University College in London. Komplexe Gewohnheiten benötigen das eineinhalbfache an Zeit, um daraus einen neuen Automatismus zu machen. Sie müssen mindestens zwei Monate durchgehalten werden.
Der Aufbau der neuen Routine erfordert weniger Starrheit, als man befürchten dürfte. Wer ein oder zwei Mal aussetzt, erreicht trotzdem das gleiche Ziel. Innerlich, also intrinsisch, davon überzeugt zu sein, eine neue Gewohnheit zu etablieren und mehr oder weniger regelmäßig dran zu bleiben, ist sehr viel wichtiger.
Ein Neuanfang ist der ideale Zeitpunkt, um eine dauerhafte Verhaltensänderung anzugehen. Das kann ein bedeutungsvolles Ereignis wie ein Umzug in eine neue Umgebung sein. Die Routinen sind ohnehin unterbrochen und da fällt es leichter, neue Handlungsmuster einzuüben.
Offizielle Daten schaffen Distanz
Auch ein Kalenderdatum wie der Jahreswechsel oder der eigene Geburtstag bieten sich an. Solche Daten vermitteln den Eindruck, dass ohnehin etwas Neues beginnt.
Neuanfänge bieten die Gelegenheit, das eigene Leben psychologisch zu überarbeiten, das beschreibt die US-amerikanische Wirtschaftswissenschaftlerin Katy Milkman in ihrem Buch „How to Change, The Science of getting from Where You are to Where You Want to Be“. Auf Deutsch heißt das so viel wie: „Wie Veränderung gelingt – Die Wissenschaft, wie du von deinem jetzigen Zustand zu deinem gewünschten Ziel kommst.“ Das Buch ist allerdings noch nicht auf Deutsch erschienen.
Milkman schreibt darüber, dass Menschen durch das von außen auferlegte Datum mehr Distanz zu sich und dem unerwünschten Verhalten entwickeln können. Es fällt leichter, sich zu reflektieren und neu anzufangen.
Insofern sind Neujahrsvorsätze wichtig und richtig. Um daraus tatsächlich neue Gewohnheiten zu formen, bedarf es bewährter Techniken.