Schematherapie (Seite 5/5)

Bewertung Schematherapie

 Die Schematherapie ist ein evidenzbasiertes Psychotherapieverfahren, dessen Wirksamkeit nachgewiesen ist. In wissenschaftlichen Studien wurde bisher insbesondere gezeigt, dass diese Therapieform bei Persönlichkeitsstörungen und bei chronischen Depressionen wirksam und genauso hilfreich wie eine kognitive Verhaltenstherapie ist.

Was sind die Vorteile einer Schematherapie?

Ein Vorteil der Schematherapie ist, dass hier Methoden aus verschiedenen Therapierichtungen flexibel miteinander kombiniert werden. Die Schematherapie legt die erprobten Methoden der kognitiven Verhaltenstherapie zugrunde und ergänzt sie mit weiteren, vor allem emotionsaktivierenden Verfahren. Weiterhin wird in der Schematherapie besonderer Wert auf die Gestaltung der therapeutischen Beziehung als Mittel zur Veränderung gelegt. So kann der Therapeut je nach Patient und Erkrankungsbild, nach dem momentanen Zustand des Patienten und der Phase der Therapie immer die am besten passenden Vorgehensweisen auswählen.

Wo und von wem wird Schematherapie angeboten?

Die Schematherapie wird von psychologischen oder ärztlichen Psychotherapeuten angeboten, die oft eine Ausbildung in Verhaltenstherapie gemacht haben und diese dann mit den Methoden der Schematherapie kombinieren.

Exkurs: Welche Schemata werden unterschieden?

Von Young wurden insgesamt 18 maladaptive Schemata beschrieben, die sich in fünf Bereiche einordnen lassen:

  1. Abgetrenntheit und Ablehnung: Dazu gehören die Schemata „Verlassenheit / Instabilität“, „Misstrauen / Missbrauch bzw. Misshandlung“, „emotionale Entbehrung“, „Unzulänglichkeit / Scham“ und „soziale Isolierung / Entfremdung“.
  2. Beeinträchtigung von Autonomie und Leistung: Dieser Bereich umfasst die Schemata „Abhängigkeit / Inkompetenz“, „Anfälligkeit für Verletzungen oder Krankheiten“, „unterentwickeltes Selbst / Verstrickung“ und „Versagen“.
  3. Beeinträchtigung beim Umgang mit Begrenzungen: Dazu gehören die Schemata „Anspruchshaltung / Grandiosität“ und „unzureichende Selbstkontrolle“.
  4. Fremdbezogenheit / Angepasstheit: Dieser Bereich umfasst die Schemata „Unterwerfung“, „Selbstaufopferung“ und „Streben nach Zustimmung und Anerkennung“.
  5. Übertriebene Wachsamkeit und Gehemmtheit: Zu diesem Bereich gehören die Schemata „Negativität / Pessimismus“, „emotionale Gehemmtheit“, „übertriebene Standards / übertrieben kritische Haltung“ und „Bestrafungsneigung“.

Quellen und Links

  • Heinrich Berbalk & Jeffrey E. Young (2009): Schematherapie. In: Margraf & Schneider (Hrsg.): Lehrbuch der Verhaltenstherapie, Band 1, S. 645-668, Springer-Verlag, Heidelberg.
  • Samy Egli & Martin E. Keck (2015). Schematherapie: Ein moderner psychotherapeutischer Werkzeugkasten mit bewährten Instrumenten. Psychiatrie & Neurologie, Band 3/2015, S. 4-9.
  • Infos zur Schematherapie auf der Webseite von Eckhard Roediger: https://www.schematherapie-roediger.de/info/index_info.htm
  • Gitta Jacob (2017). Raus aus dem Schema F. Psychische Muster erkennen und die eigene Persönlichkeit entfalten. Beltz, Weinheim.
  • Bamelis, L. L. et al. (2014). Results of a multicenter randomized controlled trial of the clinical effectiveness of schema therapy for personality disorders. American Journals of Psychiatry, März 2014, Band 171(3), S. 305-322, doi: 10.1176/appi.ajp.2013.12040518.
  • Carter J. D. et al. (2013). Psychotherapy for depression: a randomized clinical trial comparing schema therapy and cognitive behavior therapy. Journal of Affective Disordorders, Band 151 (2), S. 500-055, doi: 10.1016/j.jad.2013.06.034. Epub 2013 Jul 17.
  • Wirkungsforschung zur Schematherapie am Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München: http://www.psych.mpg.de/2061515/evidenzbasierung

Fallbeispiel

  • * Fallbeispiel angelehnt an: Samy Egli & Martin E. Keck (2015). Schematherapie: Ein moderner psychotherapeutischer Werkzeugkasten mit bewährten Instrumenten. Psychiatrie & Neurologie, Band 3/2015, S. 4-9.
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