EMDR (Seite 4/5)

Wann darf EMDR angewendet werden und wann nicht?

EMDR ist erfolgreich in der Behandlung von PTBS und Depression oder Alkoholsucht

EMDR wurde zur Behandlung traumatisierter Menschen entwickelt. Diese Therapiemethode erweist sich aber auch bei anderen Störungsbildern, die durch belastende Erlebnisse mit verursacht wurden, als wirksam.

Therapeut muss unbedingt in EMDR ausgebildet sein

Obwohl EMDR auf den ersten Blick einfach erscheint, ist es eine hoch wirksame Therapiemethode, die auch Risiken und Nebenwirkungen in sich birgt. Eine Behandlung mit EMDR sollte daher nur von entsprechend fortgebildeten Psychotherapeuten durchgeführt werden. Der Behandler muss nicht nur die EMDR-Methode beherrschen, sondern sie auch in das psychotherapeutische Verfahren kompetent einbringen können.

Indikation

Die Anwendung von EMDR ist angezeigt bei:

  • Posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS)
  • Angst- und Panikstörungen
  • Depressionen
  • chronischen Schmerzen
  • Folgen von Bindungstraumatisierungen
  • Entwicklungs- und Verhaltensstörungen von Kindern
  • psychophysischen Erschöpfungssyndromen
  • Auswirkungen belastender Lebenserfahrungen
  • starker Trauer nach Verlusterlebnissen
  • stoffgebundener Abhängigkeit, vor allem im Zusammenhang mit einer Traumafolgestörung

Neuere wissenschaftliche Studien zeigen, dass EMDR auch in der Behandlung von Depressionen, Phantomschmerzen und der Senkung der Rückfallneigung bei Alkoholkranken wirksam ist.

Kontraindikationen

Wie bei jeder anderen Form von Psychotherapie kann es in einer EMDR-Behandlung zu einem zeitweiligen Anstieg der Belastungen kommen:

  • Belastende und bislang nicht verarbeitete Erinnerungen können auftauchen.
  • Einige Klienten können während einer Sitzung intensive Emotionen oder körperliche Empfindungen im Zusammenhang mit dem bearbeiteten Erlebnis wahrnehmen.
  • Nachprozessieren: In den Stunden nach einer EMDR-Behandlung kann das Gehirn mit der Bearbeitung der belastenden Erlebnisse fortfahren. Das kann sich in neu auftauchenden Träumen, Erinnerungen oder Gefühlen ausdrücken und den Klienten unter Umständen belasten, weshalb er unbedingt auf diese Möglichkeit vorbereitet werden sollte.

Nicht bei Psychosen oder hirnorganischen Störungen

EMDR darf auf keinen Fall nicht angewendet werden bei:

  • akuten Psychosen
  • schweren hirnorganischen Störungen, zum Beispiel Schlaganfall oder Schädel-Hirn-Trauma
  • unkontrollierbaren Epilepsien oder anderen somatischen Erkrankungen – in diesen Fällen sollte gemeinsam mit einem Arzt geprüft werden, ob eine Behandlung mittels EMDR möglich ist.
  • Einfluss von Drogen oder Alkohol
  • demenzielle Störungen oder andere höhergradige kognitive Beeinträchtigungen

Anwendung bei bestimmten Begleiterkrankungen erfordert besondere Techniken

EMDR kann in diesen Fällen nur angewendet werden, wenn der Therapeut auf diese Störungsbilder abgestimmte EMDR-Techniken beherrscht:

  • komorbide schwere dissoziative Symptome
  • komorbide schwere Persönlichkeitsstörungen
  • organisch bedingte Anfallsleiden
  • somatische Erkrankungen, zum Beispiel schwere Herzrhythmusstörungen

Von Komorbidität spricht man, wenn zur eigentlichen Erkrankung auch Begleiterkrankungen hinzugekommen sind. So leiden Patienten mit einer schweren Gewaltvorgeschichte oft nicht nur an einer Posttraumatischen Belastungsstörung, sondern gleichzeitig beispielsweise auch an einer Depression oder einer schweren dissoziativen Störung.

Therapeutenliste EMDR

Über die Autorin: Angelika Völkel bietet als Heilpraktikerin für Psychotherapie Psychologische Beratung und Psychotherapie in ihrer Praxis "Therapie für Singles und Paare" in München und Starnberg.