Alkohol und Drogen

Von Lebenskultur zu Sucht und Missbrauch

10.05.2013Von Dr. Christine Amrhein

Alkohol ist in vielen Ländern ein Teil der Lebenskultur: Man trinkt bei Feierlichkeiten und beim Essen, stößt bei freudigen Ereignissen mit einem Glas Sekt an, trifft sich abends mit Freunden „auf ein Bier“. Oft wird sogar erwartet, dass man in geselliger Runde ein Glas mittrinkt, und unter Männern gilt es als positive Eigenschaft, wenn jemand besonders trinkfest ist.

Auf der anderen Seite kann hoher Alkoholkonsum zu erheblichen Problemen und Folgeschäden führen. Nach Rauchen und Bluthochdruck ist Alkohol in Europa der dritthäufigste Grund für vorzeitige Todesfälle durch gesundheitliche Probleme. Man schätzt, dass in der EU 23 Millionen Menschen alkoholabhängig sind und 55 Millionen einen riskanten, gesundheitsgefährdenden Alkoholkonsum haben. Darüber hinaus hat übermäßiger Alkoholkonsum negative Auswirkungen auf zwischenmenschliche Beziehungen und die Arbeitsfähigkeit.

Auch Drogen spielen in unserer Gesellschaft – und in der Geschichte der Menschheit – eine  nicht unbedeutende Rolle. So wurden sie in früheren Zeiten oft bei religiösen Festlichkeiten und Ritualen eingesetzt. Heute konsumieren in den westlichen Ländern viele, vor allem junge Menschen, Drogen. Dabei ist die Gefahr, dass der Konsum nach anfänglichem „Experimentieren“ außer Kontrolle gerät und irgendwann zu einer Abhängigkeit führt, bei vielen Drogen hoch. Diese Risiken spiegeln sich auch in der Gesetzgebung wider: In vielen Ländern sind Drogenbesitz und Drogenkonsum illegal und werden mit harten Strafen geahndet.

Definition Psychoaktive Substanzen: Alkohol und Drogen gehören zu den so genannten psychoaktiven Substanzen. Darunter versteht man Stoffe, die sich auf das zentrale Nervensystem auswirken. Dadurch beeinflussen sie Gefühle, Gedanken, körperliches Befinden und das Verhalten.

Die Wirkung von Alkohol und Drogen wird oft als positiv empfunden – was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass die Substanzen erneut konsumiert werden. Dabei können die positiven Wirkungen so stark sein, dass jemand die Einnahme nicht mehr kontrollieren kann. Die Substanz wird dann immer weiter eingenommen, obwohl sie kurz- und langfristig gesehen negative Auswirkungen hat. Auf diese Weise kann sich ein Missbrauch oder sogar eine Abhängigkeit entwickeln.