Volkskrankheit Depression (Seite 2/7)

Symptome einer Depression

Verschiedene Haupt- und Zusatzsymptome charakterisieren Depressionen und depressive Episoden

Eine depressive Episode ist durch mehrere Hauptsymptome gekennzeichnet. Dazu gehören vor allem eine tiefe Niedergeschlagenheit und die Unfähigkeit, Freude und Interesse an Alltagsaktivitäten oder Vergnügungen zu empfinden. Zudem erleben Menschen mit Depression häufig einen verminderten Antrieb – sie sind weniger aktiv als sonst, ziehen sich vor anderen zurück und haben häufig Schwierigkeiten, sich selbst zu alltäglichen Dingen aufzuraffen. Diese Symptome werden oft von einem Gefühl der Hoffnungslosigkeit, Ängsten und einer ausgeprägten Sorge um die Zukunft begleitet.

Darüber hinaus leiden viele Betroffene unter Schlafstörungen, die vor allem in der zweiten Nachthälfte besonders ausgeprägt sind. Viele Erkrankte haben wenig Appetit und verlieren an Gewicht, andere neigen zu übermäßigem Essen und nehmen deutlich an Gewicht zu. Das Denken und Handeln der Patienten ist verlangsamt, oder sie fühlen sich ständig innerlich unruhig, so dass es ihnen schwerfällt, stillzusitzen. Zugleich haben Menschen mit Depressionen Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren, fühlen sich ständig müde und energielos und verlieren das Interesse an Sexualität.

Auch ihr Selbstwertgefühl ist deutlich vermindert: Die Erkrankten fühlen sich minderwertig, machen sich selbst schlecht und leiden häufig unter übertriebenen Schuldgefühlen. Oft ist eine Depression auch von körperlichen Beschwerden oder Schmerzen begleitet, für die sich keine organische Ursache finden lässt.

Hauptsymptome einer Depression

  • Tiefe Niedergeschlagenheit
  • Unfähigkeit, Freude und Interesse an Alltagsaktivitäten oder Vergnügungen zu empfinden
  • Verminderter Antrieb

Zusatzsymptome einer Depression

  • Sozialer Rückzug
  • Gefühl der Hoffnungslosigkeit
  • Ängste
  • Ausgeprägte Sorge um die Zukunft
  • Schlafstörungen
  • Konzentrationsstörung
  • Innere Unruhe
  • Immer müde und energielos
  • Minderwertigkeitsgefühle
  • Schuldgefühle
  • Verlust des Interesses an Sexualität

Vor allem schwere Formen der Depression sind buchstäblich eine lebensbedrohliche Erkrankung. Denn häufig kreisen die Gedanken der Betroffenen um den Tod, und nicht selten treten konkrete Selbsttötungsgedanken auf, die immer wieder auch zu Suizidversuchen oder vollendeten Suiziden führen.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Für einen Außenstehenden ist oft nicht auf den ersten Blick ersichtlich, dass jemand an einer Depression erkrankt ist. Denn die typischen Symptome können in unterschiedlichen Schweregraden und unterschiedlicher Zusammenstellung auftreten und sich in ihrer Dauer deutlich unterscheiden. Wenn die Betroffenen vor allem über körperliche Beschwerden berichten, ist es selbst für den behandelnden Arzt oft nicht leicht, die dahinter stehende psychische Erkrankung zu erkennen. 

Depression-DiagnoseDaher ist für die Diagnosestellung ein ausführliches Gespräch mit dem Arzt – die so genannte Anamnese – notwendig. Manchmal werden ergänzend Fragebögen gegeben, in denen die einzelnen Symptome, ihre Dauer und ihr Schweregrad genau erfasst werden. Haben Sie den Verdacht, dass Sie selbst oder ein Angehöriger an einer Depression leiden könnten, sollten Sie sich bevorzugt an einen Psychiater oder an einen Psychotherapeuten wenden. Auch der Hausarzt kann die Diagnose einer Depression stellen, er ist hierfür jedoch möglicherweise weniger geschult.

Nach dem internationalen wissenschaftlichen Klassifikationssystem DSM IV wird die Diagnose einer Depression dann gestellt, wenn mindestens eins der Kernsymptome – also niedergeschlagene Stimmung oder Verlust von Interesse und Freude – vorliegt. Außerdem müssen mindestens zwei weitere Symptome (zum Beispiel Schlafstörungen, veränderter Appetit oder Konzentrationsprobleme) vorliegen. Diese Symptome müssen über einen Zeitraum von mindestens zwei Wochen bestanden haben.

Da auch manche körperliche Erkrankungen Symptome auslösen, die denen einer Depression ähneln, müssen solche körperlichen Ursachen durch zusätzliche Untersuchungen ausgeschlossen werden. So gibt eine Blutuntersuchung Aufschluss darüber, ob die Beschwerden durch eine Schilddrüsen-Unterfunktion, Eisenmangel oder einen Mangel an Vitamin B12 verursacht werden. Im höheren Alter kann manchmal auch eine Demenz hinter einer scheinbar depressiven Symptomatik stecken. Eine Untersuchung des Kopfes mithilfe einer Computer-Tomographie (CT) oder Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT) gibt Aufschluss über mögliche Veränderungen im Gehirn, die hinter den Symptomen stecken können.