Demenz: Folge einer Erkrankung des Gehirns (Seite 6/7)

Der richtige Umgang mit Demenzkranken

Viele der oben beschriebenen Behandlungsmaßnahmen können auch von den Angehörigen angewendet werden, um so die geistigen Fähigkeiten und das Wohlbefinden des Demenzkranken zu fördern.

Um den Betroffenen und sein Verhalten besser zu verstehen und angemessen mit ihm umzugehen, ist es wichtig, sich gut über die Erkrankung, ihre Symptome und ihren Verlauf zu informieren.

Wichtig ist ein positiver Umgang mit dem Demenzkranken: Man sollte ihn einfach so akzeptieren, wie er ist und sich über alles freuen, was er noch kann. Dabei sollte man sich aber auch bewusst sein, dass man mit einem Demenzkranken viel Geduld braucht. Günstig ist es, ruhig und entspannt mit ihm zu sprechen - auch dann, wenn es mal zu Reibereien kommt.

Sinnvoll ist außerdem, dem Betroffenen klar zu vermitteln, was im Moment machbar ist und was nicht, und ihm klare Grenzen aufzuzeigen. Streit und Spannungen sollten vermieden werden, da sich der Betroffene zwar bald nicht mehr an den Streit erinnert, aber ein negatives, verwirrtes Gefühl zurückbehält. Das führt oft dazu, dass sich sein Gesamtzustand verschlechtert.

Man sollte den Demenzkranken nicht mit seinen Gedächtnisdefiziten konfrontieren, zum Beispiel durch intensives Nachfragen oder das Korrigieren fehlerhafter Erinnerungen. Im frühen Stadium der Demenz ist eine besondere Art der Kommunikation meist nicht notwendig. Im mittelschweren Stadium sollte dagegen eine einfache, klare Sprache benutzt werden, bei der kurze Sätze ohne Nebensätze und deutliche Formulierungen verwendet werden.

Oft ist das Verhalten des Demenzkranken auch befremdlich und kann Irritationen, Ratlosigkeit, Ungeduld und manchmal auch Genervtheit, Ablehnung oder Wut hervorrufen. Man sollte sich dann immer bewusst machen, dass die Fehler und Eigenheiten Teil der Erkrankung sind. Deshalb sollte man dem Demenzkranken auch seine Fehler nicht vorhalten.

Verhält sich der Betroffene selbst aggressiv, ist das oft ein Zeichen von Überforderung. Man sollte dann überprüfen, ob man ihm zu viel zugemutet hat oder ob zu viele Reize auf ihn einströmen (zum Beispiel viele Menschen oder eine hektische Umgebung).

Unterstützungsmöglichkeiten für Demenzkranke

Zurzeit werden zwar ungefähr drei Viertel aller Demenzkranken von ihren Angehörigen versorgt. Es gibt aber eine ganze Reihe von Einrichtungen und Diensten zur Unterstützung und Versorgung der Betroffenen.

Dazu gehören zum einen Hilfen bei der häuslichen Pflege, wie Haushaltshilfen oder ambulante Pflegedienste. Es gibt auch die Möglichkeit der so genannten Kurzzeitpflege, bei der der Demenzkranke vorübergehend in einer stationären Einrichtung untergebracht wird, so dass die Angehörigen in den Urlaub fahren oder sich eine Auszeit von der Pflege nehmen können. Möglichkeiten der zeitweisen Pflege sind auch die Tagespflege oder die Unterbringung in einer Tagesklinik.

Auch wenn die Demenz so weit fortgeschritten ist, dass eine Pflege zu Hause nicht mehr möglich ist, gibt es verschiedene Möglichkeiten für Pflege und Betreuung. Dazu gehören Wohngemeinschaften für Demenzkranke, die von geschulten Pflegekräften betreut werden, Altenheime oder Pflegeheime. Bei der Auswahl eines Heimes sollte man darauf achten, dass genügend geschultes Personal vorhanden ist, dass die Einrichtung ansprechend gestaltet ist und dass es ausreichend Beschäftigungsmöglichkeiten für die Patienten gibt.

All diese Versorgungsmöglichkeiten sind meist mit hohen Kosten verbunden. Deshalb sollte man rechtzeitig Unterstützung bei der Pflegeversicherung beantragen. Je nachdem, wie viel Pflege und Unterstützung der Betroffene braucht, wird er einer von drei Pflegestufen zugeordnet. Nach ihnen richtet sich die Dauer der Pflegeleistungen pro Tag und die Höhe der finanziellen Leistungen. Detaillierte Informationen über Unterstützungsmöglichkeiten finden sich auf der Webseite der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e. V.

Unterstützungsangebote für pflegende Angehörige

Die Pflege eines Angehörigen mit Demenz ist meist eine große körperliche und psychische Belastung. Das kann auf die Dauer zu negativen Gefühlen gegenüber dem Demenzkranken führen - sie sind oft ein Ausdruck von Überlastung. Deshalb ist es wichtig, dass Angehörige selbst nach Unterstützung und Entlastung suchen und auch auf ihr eigenes Wohlbefinden und ihre Gesundheit achten. Das wirkt sich auch günstig auf das Verhältnis zum Demenzkranken aus und nützt so allen Beteiligten.

Es ist deshalb sinnvoll, sich als Angehöriger frühzeitig über Unterstützungsmöglichkeiten für den Patienten zu informieren und diese auch in Anspruch zu nehmen. Hilfreich ist auch, sich einer Selbsthilfe- oder Angehörigengruppe anzuschließen, in der sich die Angehörigen über ihre Erfahrungen bei der Pflege austauschen und sich gegenseitig Tipps und Unterstützung geben können. Sport und die regelmäßige Anwendung von Entspannungstechniken können dazu beitragen, psychische Anspannung und Stress abzubauen.

Bei starker psychischer Belastung, zum Beispiel ständiger Anspannung und Reizbarkeit, starker Erschöpfung, Stimmungsschwankungen oder stressbedingten körperlichen Symptomen wie ständigen Kopf- oder Rückenschmerzen kann es auch hilfreich sein, eine Psychotherapie aufzusuchen.

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