Wenn unangemessene Angst das Leben bestimmt (Seite 2/7)

Definition und Häufigkeiten

Fließender Übergang von der Normalität zur Angststörung

Leichte bis mittelgradige Ängste treten häufig auf und beeinträchtigen das alltägliche Leben nur wenig. In vielen Fällen gelingt es den Betroffenen, die Ängste selbst in den Griff bekommen.

Von einer Angststörung spricht man dagegen dann, wenn zwei Kriterien erfüllt sind:

  1. Die Angst ist im Vergleich zur tatsächlichen Bedrohung unangemessen oder deutlich übertrieben.
  2. Der oder die Betroffene ist durch die Angst erheblich psychisch und körperlich belastet. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn:
  • die Angst sehr stark ausgeprägt ist, über lange Zeit anhält und mit ausgeprägten körperlichen Symptomen verbunden ist und /oder     
  • zu starken Einschränkungen in verschiedenen Lebensbereichen führt.

Wenn Sie selbst unter Ängsten leiden, sollten Sie sich von einem Arzt oder Psychotherapeuten beraten lassen, ob und wie Sie sich durch Selbsthilfemaßnahmen helfen können oder ob vielmehr eine Therapie (z. B. Psychotherapie oder Kombination aus Psychotherapie und Medikamenten) sinnvoll ist.

Die folgenden wissenschaftlich geprüften Fragebögen können Ihnen eine erste Einschätzung geben, ob Sie an einer Angststörung leiden, bei der eine weitergehende Behandlung sinnvoll sein könnte:

Eine gesicherte Diagnose kann jedoch immer nur ein Fachmann – z. B. ein Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie oder ein Psychologischer Psychotherapeut – stellen.

Angststörungen gehören zu häufigsten psychischen Erkrankungen

Etwa fünf bis 15 Prozent der Menschen leiden mindestens einmal im Leben an einer Angststörung. Dabei sind Frauen von den meisten Angsterkrankungen doppelt so häufig betroffen wie Männer – es  gibt aber auch Ängste, die bei Männern und Frauen gleich häufig auftreten.