Einstieg in die Therapie

Ab dem 1. April 2017 müssen Psychotherapeuten psychotherapeutische Sprechstunden anbieten. Sie sollen einen schnelleren Zugang zur ambulanten psychotherapeutischen Versorgung ermöglichen.

Die psychotherapeutische Sprechstunde wird in Zukunft der Erstzugang zu einer Psychotherapie sein: Ab dem 1. April 2018 ist sie Voraussetzung, um eine andere psychotherapeutische Behandlung (Akutbehandlung, Kurz- oder Langzeittherapie) zu beginnen. Bis zum 31. März 2018 können Patienten noch eine Akutbehandlung oder eine Kurz- oder Langzeittherapie beginnen, ohne vorher bei einer solchen Sprechstunde gewesen zu sein.

Wenn Patienten nach einer psychischen Erkrankung aus einer stationären Behandlung im Krankenhaus oder einer Rehabilitations-Behandlung entlassen werden, können sie auch in Zukunft eine Akutbehandlung oder eine Kurz- oder Langzeittherapie ohne vorherige psychotherapeutische Sprechstunde beginnen.

Zweck der Sprechstunde ist, zu klären, ob möglicherweise eine psychische Erkrankung vorliegt, ob eine Weiterbehandlung notwendig ist und wie diese aussehen soll. So wird beurteilt, ob bei der vorliegenden Problematik Selbsthilfe- und Beratungsangebote ausreichen oder ob eine weitergehende psychotherapeutische Behandlung sinnvoll ist. Es kann auch eine kurze psychotherapeutische Intervention durchgeführt werden.

Wer die psychotherapeutische Sprechstunde in Anspruch nehmen will, kann sich direkt an einen Psychotherapeuten oder an die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen wenden. 

Im Anschluss an mindestens zwei und maximal sechs psychotherapeutische Sprechstunden (zu je 25 Minuten) können sich – je nach Bedarf und nach Empfehlung des Psychotherapeuten – eine Akutbehandlung oder probatorische Sitzungen für eine Kurz- oder Langzeittherapie anschließen.

Die Akutbehandlung, die ebenfalls am 1. April 2017 eingeführt wurde, soll Patienten unterstützen, bei denen ein sofortiger Behandlungsbedarf besteht und die ohne Unterstützung möglicherweise noch schwerer erkranken würden. Sie kann sehr kurzfristig nach der Sprechstunde beginnen und aus bis zu 24 Einheiten à 25 Minuten bestehen. Wenn eine Akutbehandlung nicht ausreicht, sollen die Patienten in dieser Zeit so stabilisiert werden, dass sie im Anschluss eine Psychotherapie oder eine andere ambulante, teilstationäre oder stationäre Behandlung beginnen können. 

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