Im folgenden sind mehrere Texte zur Psychoanalyse abgedruckt:
Siehe auch:
Quelle: Die psychoanalytischen Therapieverfahren von Dr. Karin Bell und Prof. Dr. M.B. Buchholz im Auftrag der DGPT - Deutsche Gesellschaft für Psychoanalyse, Psychotherapie, Psychosomatik und Tiefenpsychologie
Allen Behandlungsmethoden sind einige grundlegende Operationsprinzipien gemeinsam. Die Annahme, daß sich die bei den frühen Objekten gebildeten Erwartungen auch an den Therapeuten richten, wird als Übertragung bezeichnet. Daß der Patient auch an seiner Störung festhält und Angst gegen deren Überwindung entwickelt, mündet in das ein, was in der Behandlung dann Widerstand heißt. Der Patient, so lehrt die Erfahrung, geht innerlich an jenen Punkt in seiner Entwicklung zurück, an dem die Störung eingesetzt hat, um von dort aus einen Neustart im Schutz der therapeutischen Beziehung zu versuchen. Das wird als Regression bezeichnet; sie ist ein nicht willentlich steuerbarer, in der Behandlung sich einstellender Prozeß. Übertragung, Widerstand und Regression handhaben zu lernen macht die wesentliche therapeutische Kunstfertigkeit aus.
Die emotionale Antwort des Therapeuten auf Übertragung, Regression und Widerstand wird als Gegenübertragung zusammengefaßt und umgreift eine differenzierte Palette feinabgestufter emotionaler Reaktionen, die der Therapeut zum Verständnis des unbewußten Geschehens zu nutzen gelernt hat. Er teilt jedoch seinem Patienten von seiner eigenen emotionalen Befindlichkeit nie direkt etwas mit, sondern erst, nachdem er dies in Beziehung zum Erleben seines Patienten gesetzt hat. Psychoanalytische Therapeutinnen und Therapeuten sind deshalb weder unnahbar oder distanziert, noch verhalten sie sich geschwätzig und aufdringlich. Das richtige Taktgefühl ist einer jener unspezifischen Faktoren in einer therapeutischen Beziehung, die äußerst hilfreich und unerläßlich für alles andere, aber nicht leicht zu beschreiben sind.
Auszug aus dem Artikel "Was ist Psychoanalyse" der DPV - Deutsche Psychoanalytische Vereinigung (Zum vollständigen Artikel)
Der Prozeß findet in einem Setting statt, das vom Analytiker zur Verfügung gestellt wird. Das analytische Setting setzt sich zusammen aus einem ruhigen Raum, einer Couch und einem Sessel, einer kontinuierlichen und regelmäßigen Frequenz der Sitzungen, gewöhnlich vier bis fünf Stunden in der Woche, und einem aufmerksamen Analytiker, der zuhört, seine Gedanken und Gefühle, die in ihm wachgerufen werden, reflektiert und auf diese Weise die freien Assoziationen des Patienten zu verstehen sucht und dies dem Patienten mittels Deutungen mitteilt. Die Arbeit des Analytikers besteht darin, sowohl das Setting wie auch seine psychische Einstellung der freischwebenden Aufmerksamkeit und seine Kompetenz zur Formulierung von Deutungen über alle Wechselfälle der Analyse hinweg aufrechtzuerhalten.
Quelle: Definition der Bundesärztekammer; diese Informationen stehen seit einem Relaunch des Internetauftritts der Bundesärztekammer nicht mehr zur Verfügung.
Die Psychoanalyse umfaßt die Erkennung und psychoanalytische Behandlung von Krankheiten und Störungen, denen unbewußte seelische Konflikte zugrunde liegen, einschließlich der Anwendung in der Prävention und Rehabilitation sowie zum Verständnis unbewußter Prozessein der Arzt-Patienten-Beziehung.