F93.- Emotionale Störungen des Kindesalters

Diese stellen in erster Linie Verstärkungen normaler Entwicklungstrends dar und weniger eigenständige, qualitativ abnorme Phänomene. Die Entwicklungsbezogenheit ist das diagnostische Schlüsselmerkmal für die Unterscheidung der emotionalen Störungen mit Beginn in der Kindheit (F93.-) von den neurotischen Störungen (F40-F48).  

Exkl.:  Wenn mit einer Störung des Sozialverhaltens verbunden ( F92.- ) 

F93.0   Emotionale Störung mit Trennungsangst des Kindesalters  

Eine Störung mit Trennungsangst soll nur dann diagnostiziert werden, wenn die Furcht vor Trennung den Kern der Angst darstellt und wenn eine solche Angst erstmals während der frühen Kindheit auftrat. Sie unterscheidet sich von normaler Trennungsangst durch eine unübliche Ausprägung, eine abnorme Dauer über die typische Altersstufe hinaus und durch deutliche Probleme in sozialen Funktionen.  

Exkl.:  Affektive Störungen ( F30-F39 )

Neurotische Störungen ( F40-F48 )

Phobische Störung des Kindesalters ( F93.1 )

Störung mit sozialer Überempfindlichkeit des Kindesalters ( F93.2 ) 

F93.1   Phobische Störung des Kindesalters  

Es handelt sich um Befürchtungen in der Kindheit, die eine deutliche Spezifität für die entsprechenden Entwicklungsphasen aufweisen und in einem gewissen Ausmaß bei der Mehrzahl der Kinder auftreten, hier aber in einer besonderen Ausprägung. Andere in der Kindheit auftretende Befürchtungen, die nicht normaler Bestandteil der psychosozialen Entwicklung sind, wie z.B. die Agoraphobie sind unter der entsprechenden Kategorie in Abschnitt F40-F48 zu klassifizieren.  

Exkl.:  Generalisierte Angststörung ( F41.1 ) 

F93.2   Störung mit sozialer Ängstlichkeit des Kindesalters  

Bei dieser Störung besteht ein Misstrauen gegenüber Fremden und soziale Besorgnis oder Angst, in neuen, fremden oder sozial bedrohlichen Situationen. Diese Kategorie sollte nur verwendet werden, wenn solche Ängste in der frühen Kindheit auftreten und sie ungewöhnlich stark ausgeprägt sind und zu deutlichen Problemen in der sozialen Funktionsfähigkeit führen.  

Vermeidende Störung in der Kindheit und Jugend 

F93.3   Emotionale Störung mit Geschwisterrivalität  

Die Mehrzahl junger Kinder zeigt gewöhnlich ein gewisses Ausmaß emotionaler Störungen nach der Geburt eines unmittelbar nachfolgenden jüngeren Geschwisters. Eine emotionale Störung mit Geschwisterrivalität soll nur dann diagnostiziert werden, wenn sowohl das Ausmaß als auch die Dauer der Störung übermäßig ausgeprägt sind und mit Störungen der sozialen Interaktionen einhergehen.  

Geschwistereifersucht 

F93.8   Sonstige emotionale Störungen des Kindesalters  

Identitätsstörung

Störung mit Überängstlichkeit

Exkl.:  Störung der Geschlechtsidentität des Kindesalters ( F64.2 ) 

F93.9   Emotionale Störung des Kindesalters, nicht näher bezeichnet

 

 

© Copyright WHO/DIMDI 1994/2004


Alle Störungen dieses Bereichs


89 Besucher online.
pro psychotherapie e.V.
- impressum - kontakt - info
- presse ...
Seite empfehlen!  •  Drucken! •  Psychotherapie-Regional
 •  Aktualisiert am 18.06.2013