Soziale Phobie

Symptome der sozialen Phobie

Menschen mit einer sozialen Phobie haben Angst vor Situationen, in denen sie im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen oder in denen sie die Befürchtung haben, sich peinlich zu verhalten. Die Angst kann sich zum Beispiel darauf beziehen, einen Vortrag zu halten oder an einer größeren geselligen Runde teilzunehmen. Andere Betroffene haben Angst, in Gegenwart anderer Menschen zu essen oder zu schreiben.

Die Angst ist häufig mit starken körperlichen Symptomen wie Herzrasen, Atemnot, Schwitzen, Zittern, Übelkeit oder Harndrang verbunden. Dabei haben die Betroffenen große Angst, dass diese Anzeichen von Angst (zum Beispiel Erröten oder Zittern) von anderen bemerkt werden könnten.

Wegen dieser Ängste vermeiden Menschen mit einer sozialen Phobie viele soziale Situationen. Darüber hinaus fühlen sie sich häufig wenig selbstbewusst, glauben, anderen unterlegen zu sein oder haben in vielen Situationen das Gefühl, vollständig zu versagen.

Häufigkeit und Verlauf

Die Angaben zur Häufigkeit der sozialen Phobie liegen in europäischen Studien bei 4 bis 12 Prozent der Bevölkerung. Die Erkrankung beginnt meist in der Jugend oder im jungen Erwachsenenalter. Im Gegensatz zu den meisten anderen Angststörungen sind Männer von einer sozialen Phobie genauso häufig betroffen wie Frauen. Ohne Therapie bleibt die Angst bzw. die Vermeidung von sozialen Situationen meist chronisch bestehen und kann sich mit der Zeit sogar noch steigern.

Fallbeispiel

Herr G. war bis vor einem halben Jahr erfolgreich in seinem Beruf als Bauingenieur tätig. Er arbeitet seit sechs Jahren bei einer großen Baufirma und berichtet, dass seine Arbeit ihm eigentlich Spaß macht und er sich den Aufgaben im Beruf auch gewachsen fühlt. Auch seine Vorgesetzten seien mit ihm zufrieden und hätten ihm vor sechs Monaten die Position eines leitenden Angestellten angeboten.

Doch damit begannen für Herrn G. die Probleme. Er muss nun häufig an Besprechungen mit anderen Abteilungen oder mit externen Firmen teilnehmen. Immer, wenn Herr G. bei solchen Meetings im Zentrum der Aufmerksamkeit steht – zum Beispiel, wenn er einen Kurzvortrg halten muss oder seinen Standpunkt in die Diskussion einbringen will – beginnt er stark zu schwitzen und bekommt zittrige Hände.

Er hat dann plötzlich das Gefühl, dass alle ihn anstarren, dass er sich nicht mehr klar ausdrücken kann und dass seine Stimme zittert. Herr G. ist sich sicher, dass die anderen das Schwitzen und das Zittern in seiner Stimme bemerken und denken, er sei unfähig für seine Position.

In letzter Zeit hat Herr G. deshalb öfters in Besprechungen geschwiegen oder nur das Nötigste gesagt. Dies sei auch schon seinem Chef negativ aufgefallen. Manchmal lasse er sich auch zu einer abgesprochenen Zeit von seiner Frau anrufen, um unauffällig aus dem Meeting „verschwinden“ zu können. Wenn Herr G. bei privaten Anlässen mit vielen Menschen zusammen ist, zum Beispiel bei Familientreffen oder Feiern im Freundeskreis, fühlt er sich dagegen wohl und hat keine solchen Ängste.

 

Einen Fragebogen zur sozialen Phobie finden Sie hier: http://www.therapie.de/psyche/info/test/soziale-phobie/

 

Lesen Sie hier weiter über die einzelnen Formen von Ängsten und Angststörungen

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 •  Aktualisiert am 09.10.2012